ÜBERGANG.

Ich bin gegangen, auch als ich nicht wusste, wohin.

Der Übergang war kein Entschluss. Er war ein Zustand. Ein Dazwischen,
das keinen Namen hatte und trotzdem blieb.

Ich ging, weil Bleiben mich enger machte als jede Angst vor dem Unbekannten.
Weil Stillstand lauter war als Bewegung.

Ich hatte keinen Plan. Nur ein Gefühl, dass etwas nicht mehr passte.
Dass der Boden unter mir nicht mehr trug, auch wenn er vertraut war.

Der Übergang bedeutete, Abschied zu nehmen, ohne zu wissen, wovon genau.
Von Bildern. Von Erwartungen. Von einem Ich, das ich lange gehalten habe,
weil ich dachte, es müsste so sein.

Ich bin gegangen in kleinen Schritten. Manchmal zögernd. manchmal erschöpft.
Oft ohne Richtung - aber nie ohne Grund.

Heute weiß ich:
Übergänge sind keine Brücken mit Geländer. Sie sind offene Wege.
Man geht sie nicht, weil man sicher ist, sondern weil man nicht mehr anders kann.